Castellated Holes auf der Leiterplatte: Geometrie, Zeichnung und Datenübergabe

Technologie2026-08-31Sunking Circuits Technikteam
Castellated Holes auf der Leiterplatte: Geometrie, Zeichnung und Datenübergabe

Eine Castellated Hole ist eine durchkontaktierte Bohrung, die bewusst von der Fräskontur aufgeschnitten wird. Am Platinenrand bleibt ein halber oder teilweiser Bohrungszylinder stehen, damit eine Modulleiterplatte direkt auf eine Trägerplatine gelötet werden kann. Das ist eine andere Schnittstellenart als ein Goldfinger-Randstecker: Der Randstecker wird wiederholt gesteckt und über Oberfläche und Verschleiß bewertet, die halbe Bohrung wird einmal verlötet und über die Frage bewertet, ob die Metallisierung nach dem Aufschneiden durchgehend, lötbar und prüfbar bleibt. Die Konstruktionsprüfung sollte von dieser Funktion ausgehen und nicht davon, eine normale Durchkontaktierung an den Rand zu verschieben.

Die Dokumentation ist der kritischste Punkt. Die Fertigung muss ausdrücklich wissen, welche Bohrungen aufgeschnitten werden, wie die Schnittlinie zur jeweiligen Bohrungsmitte liegt, wie die Außenkontur definiert ist, ob der Lötstopplack den Randbereich abdecken darf, wie das Kupfer der halben Bohrung zu benachbartem Kupfer und zum Bestückungsdruck steht und ob die Randbohrungen Teil der elektrischen Prüfung sind. Gerber-Ebenen allein tragen diese Absicht selten. Legen Sie eine bemaßte Mechanik- und Konturzeichnung bei und markieren Sie Werte, die noch technisch freizugeben sind. Die Schnittlage sollte nicht vom Fertiger rückgerechnet werden müssen.

Oberfläche und Lötstopp gehören zur gleichen Diskussion wie die Lötstelle. Die Lötbarkeit der halben Bohrung hängt davon ab, ob die Kupferwand durchgehend ist und ob die gewählte Endoberfläche den freigelegten Schnitt erreicht; das wiederum hängt von Oberflächenart, Freistellungskonzept und Randreinheit ab. Dokumentieren Sie die vorgegebene Endoberfläche, das Lötstoppkonzept im Randbereich, etwaige optische Anforderungen zu Graten oder Kupferresten sowie die Prüfgrundlage bei der Abnahme. Dieser Entwurf legt keine Oberflächenart und keine Schichtdicke fest. Was die Spezifikation offenlässt, wird ein Klärungspunkt und keine Annahme der Fertigung.

Randbohrungen beeinflussen außerdem Nutzen und Konturbearbeitung. Da sie auf der Kontur liegen, wirken Fräsbahn, Nutzenverbindung und Trennschritt direkt auf sie ein, und diese Entscheidungen können Randbelastung und das optische Ergebnis des Schnitts verändern. Prüfen Sie Mechanikzeichnung, Konturkonzept, Nutzenanforderung, Bestückungslage des Moduls und Landefläche auf der Trägerplatine gemeinsam und legen Sie fest, wer Pad-Design und Schablone auf der Trägerseite verantwortet. Ein Datenpaket aus Quelldaten, Gerber, Bohrdaten, Mechanik- und Konturzeichnung, Lagenaufbau, Oberflächenvorgabe, Prüfvorgabe und Liste offener Punkte vermeidet die meisten Rückfragen.

Weiterführend: Rand- und Konturangaben lassen sich auf der Seite zu Toleranzen und Fertigmaßen abstimmen, Oberflächenfragen auf der Seite zur Oberflächenbehandlung, und die Datenübergabe mit der Gerber-Checkliste. Ein geprüftes Paket kann über die Anfrageseite eingereicht werden. Routen und Sprachversionen vor der Veröffentlichung erneut prüfen.

FAQ

Sind Castellated Holes und Randmetallisierung dasselbe?

Nein. Randmetallisierung bezeichnet in der Regel eine durchgehende Metallschicht entlang der Kante, häufig für Schirmung oder Masse. Eine Castellated Hole ist eine einzelne, von der Kontur aufgeschnittene Bohrung zum Verlöten eines Moduls. Zeichnungsangaben, Konturanforderungen und Abnahmekriterien unterscheiden sich und sollten getrennt beschrieben werden.

Kann man Durchmesser und Schnittlage von normalen Vias übernehmen?

Nicht empfohlen. Eine Randbohrung muss elektrische Verbindung, Lötzugang und Schnittqualität gleichzeitig erfüllen. Durchmesser, Schnittlage und Toleranzen kommen aus Projektzeichnung und technischer Freigabe; hier werden keine Standardwerte genannt.

Was fehlt im Datenpaket am häufigsten?

Meist eine fehlende Mechanik- oder Konturzeichnung, keine Kennzeichnung der aufgeschnittenen Bohrungen, kein Lötstopp- und Oberflächenkonzept für diesen Bereich und keine optische Prüfgrundlage.

  • Bild-alt: Mechanikzeichnung mit halben Randbohrungen und Fräskontur einer Modulleiterplatte

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